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DEUTSCHLANDSCHAFT
EPIZENTREN DER PERIPHERIE |
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Unter der Überschrift »Metamorph« thematisierte der deutsche Beitrag zur 9. Architekturausstellung der Biennale in Venedig 2004 die Verwandlung (sub-) urbaner Landschaften, Vorstädte und Nischen durch architektonische Eingriffe. Die Deutschlandschaft ist eine Assemblage. Als hybrides Gebilde
bietet sie den Rahmen für eine Auswahl unterschiedlicher
Architekturprojekte, die zur Reaktivierung brachliegender
Räume in den städtischen Randzonen, Vorstädten
und deindustrialisierten Gebieten beitragen. Es handelt sich
dabei um jene oft übersehenen, amorphen Zwischenräume,
die sich einer genauen Kategorisierung entziehen, oder deren
Gebrauchswert sich häufig überlebt hat.
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| Die zweifelhafte Ästhetik dieser undefinierbaren Räume
mit ihren Lagerhallen, Einkaufszentren und Industrieansiedlungen
bietet Architekten selten die Gelegenheit, Spuren zu hinterlassen;
doch vermittelt gerade die Banalität dieser gebauten Umwelt
die Grundlage und Voraussetzung für architektonische Interventionen
und Transformationen. |
| Zusammengenommen stehen die in der Deutschlandschaft präsentierten
Projekte für den Versuch, einen erweiterten Diskurs zu
eröffnen – einen Diskurs über die Eigenschaftslosigkeit
von städtischen Randzonen und der Provinz. In diesem Sinne
ist die Deutschlandschaft Ausdruck einer offenen Frage, die
sich überall in Europa stellt: Wie lässt sich dieses
ständig wachsende, undifferenzierbare Territorium gestalten,
und welche Rolle können Architekten bei dieser Aufgabe
übernehmen? |
| Die Peripherie ist nicht nur Ort, sondern auch Zustand –
dem Bewusstsein entzogen, und in der Architekturdebatte vernachlässigt.
Aber es gibt eine Avantgarde von Architekten, die sich der Herausforderung
stellt und die Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit dem »Restraum«
mitbringt. |
| In den Epizentren der Peripherie wirken architektonische Akupunkturen,
die paradigmatische Verschiebungen auslösen. Sie zeigen
auch, in welchem Umfang die randstädtischen Gebiete zu
einem Ernst zu nehmenden Experimentierfeld der Architektur geworden
sind. Neue Funktionen werden in bestehenden Strukturen implementiert
und lassen surreal anmutende Überlagerungen entstehen.
Die Projekte üben einen Einfluss auf ihre Umwelt aus, trotz
ihrer meist bescheidenen Größe. Gerade die architektonischen
Strategien mit mikropolitischem Ansatz sind am wirkungsvollsten:
Was da ist, wird aufgenommen und verändert. |
| Mit Witz und Ironie werden hier überkommene Typologien
auseinander genommen und neu zusammengefügt. Die Gebäude
einer jungen Generation von kritischen deutschen Architekten
zeichnen sich durch eine innovative Verwendung neuer Materialien
aus, sie verändern allgemein Bekanntes und bieten Lösungen
an, die auf provokante Weise wirksam sind. Grundlage hierfür
ist die Ablehnung elitärer Ästhetikauffassungen in
Verbindung mit Erfindungsgeist und Mut zum Risiko. |
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